S-Bahnhof Botanischer Garten


Geschichte
Veranlasst wurde der Bau durch die Terraingesellschaft Botanischer Garten, nachdem diese zu Beginn des 20.Jahrhunderts die Parzellierung des Geländes durchgeführt hatte. Der Bau und der Anschluss an die Wannseebahn sollte als Zentrum dieses neuen Siedlungsgebietes fungieren. Am 1.Mai 1909 wurde der Bahnhof nach etwa einjähriger Bauzeit eingeweiht.

Im Gegensatz zu der Umgebung des Bahnhofs Lichterfelde West setzte man rund um den Bahnhof vor allem auf Mehrfamilien- und Reihenhäuser für Arbeiter und Angestellte, aber auch für Angehörige des Militärs, das nicht weit vom Bahnhof mit der Garde-Schützen-Kaserne fest in Lichterfelde verankert war. Das spiegelte sich auch an den Straßennamen wieder, zum einen spielten diese auf den Botanischen Garten an (z. B. Asternplatz, Hortensien-, Tulpen-, Enzianstraße) und zum anderen auf das Militär (z. B. Gardeschützenweg, Moltke-, Roon-, Manteuffelstraße).

Architektur
Der Bahnhof und das Bahnhofsgebäude, eine Mischung aus Bahnhof und Wohnhaus, wurden von den Architekten Gustav Erdmann und Ernst Spindler entworfen. Eine Gedenktafel zu Ehren der beiden Architekten befindet sich an der Wand in der Eingangshalle. Der Eingangsbereich zum Bahnhofsgebäude wie auch der direkte Zugang von der Brücke sind im Jugendstil gestaltet worden. Der Treppenaufgang zu den Gleisen ist erinnert in Anlehnung an den Botanischen Garten an ein „Gewächshaus“, diese Form fand nachfolgend bei weiteren Berliner S-Bahnhöfen Verwendung. Die Unterkonstruktion des Aufgangs als auch die Wärterhäuschen sind mit im Schachbrettmuster angelegten roten und weißen Fliesen verziert. Die Anlage steht heute in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz.



Betrieb
Zunächst noch mit Dampfzügen betrieben, wurde die Wannseebahn ab dem 15.Mai 1933 von elektrischen Zügen der Berliner S-Bahn bedient. Der Betrieb hielt sich mit Unterbrechungen zwischen April und Juni 1945 bis zum Reichsbahnerstreik 1980. Am 18.9.1980 wurde der S-Bahn-Verkehr auf der Wannsee-Bahn eingestellt.

Nach der Übergabe der S-Bahn-Betriebsrechte von der Deutschen Reichsbahn an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) begann diese mit der Sanierung der Wannseebahn und ihrer Bahnhöfe. Die Wiedereröffnung erfolgte zum 1. Februar 1985, seitdem erfolgt die Bedienung durch die Linie S1.

Nach der Wiedereröffnung wurden weitere kleinere Arbeiten durchgeführt, die auch den Einbau eines Aufzuges umfassten. Einschränkungen, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, brachte der Neubau der Moltkebrücke von 2020-2024 mit sich.