Vorplatz des S-Bahnhofs Botanischer Garten

S-Bahnhof Botanischer Garten mit Vorplatz, 1913
S-Bahnhof Botanischer Garten mit Vorplatz, 1913 (Sammlung Becker)
S-Bahnhof Botanischer Garten mit Vorplatz, 2025
S-Bahnhof Botanischer Garten mit Vorplatz, 2025

Das Ensemble aus dem S-Bahnhof Botanischer Garten (gebaut 1908) und dem später hinzugefügten Nebengebäude bildet bis heute zusammen mit dem Vorplatz den typischen Kern vom Blumenkiez (mehr Infos dazu finden sich hier). Über die Jahre haben sich im Nebengebäude die Belegung der Geschäfte im Erdgeschoß gewandelt und in das Bahnhofsgebäude ist ein privates Küchenstudio eingezogen, wodurch der öffentliche Zutritt ins das historisch bedeutende Gebäude (inkl. eines Blumengeschäftes) entfallen ist und damit auch der direkte Zugang zu den Bahngleisen. Der Gestaltung des Vorplatzes hat sich mehrere Male verändert und bekam am 20.11.2010 den Namen Eugen-Gerstenmaier-Platz.

Der damalige Bundestagspräsident Prof Dr. Norbert Lammert bei der Umbenennung in Eugen-Gerstenmaier-Platz mit Familienmitgliedern der Familie Gerstenmaier (Quelle: Deutscher Bundestag, Lichtblick/Achim Melde)

Der Theologe Prof. Dr. Dr. Eugen Gerstenmaier (1906 – 1986) war einer der wenigen Widerstandskämpfer, die den Krieg überlebten. In der Zeit des Nationalsozialismus war er Mitglied des Kreisauer Kreises und wohnte mit seiner Familie in der Hortensienstraße. Nachdem ihre Wohnung 1943 ausgebombt worden war, fanden sie Unterschlupf bei der Familie von Yorck in der Hortensienstraße 50.  Als Teil des Kreisauer Kreises war er in Pläne zur Ermordung Adolf Hitlers am 20. Juli 1944 eingeweiht, bevor er nach dem Scheitern des Umsturzes verhaftet wurde. Im Anschluss des 2. Weltkrieges war er von 1949-1969 Bundestagsabgeordneter, davon 14 Jahre Bundestagspräsident.

Situation heute

Mit einem Einwohnerantrag der Bürgerinitiative Blumenkiez e.V. im Oktober 2023 (über 1400 Unterschriften) hat die BVV Steglitz-Zehlendorf Verkehrsberuhigungsmaßnahmen beschlossen sowie auch die Umwandlung des Eugen-Gerstenmaier-Platzes in einen autofreien, generationenübergreifenden, zentralen Platz.

Inzwischen wurden in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt sichtbare Impulse umgesetzt: neue Sitzbänke aufgestellt, neue Bäume gepflanzt und weitere Pflanzungen vorgenommen; eine Bücherbox wurde aufgestellt und jährliche Kiezfeste als nachbarschaftliches Begegnungsformat etabliert. Weitere Maßnahmen sind geplant.